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Werden im Islam die Jungen den Mädchen vorgezogen?

Mädchen galten bei den vorislamischen Arabern als äußerst unerwünscht, sogar als Belastung und Schande. Der Heilige Koran nimmt Bezug darauf, indem er eine unter den Heiden übliche Praxis verurteilt, die darin bestand, weibliche Babys lebendig zu vergraben:

„Und wenn einem von ihnen die Nachricht von (der Geburt) einer Tochter gebracht wird, so verfinstert sich sein Gesicht, indes er den inneren Schmerz unterdrückt. Er verbirgt sich vor den Leuten ob der schlimmen Nachricht, die er erhalten hat: Soll er sie trotz der Schande behalten oder im Staub verscharren? Wahrlich, übel ist, wie sie urteilen!“ (16:59,60)

„Und wenn nach dem lebendig begrabenen Mädchen gefragt wird: "Für welches Verbrechen ward es getötet?"“ (81:9,10)

Der Heilige Prophet Muhammadsaw hingegen machte sich für die Rechte der Frauen und Mädchen stets stark. Einem Hadith zufolge sagte er:
„Wer zwei Töchter hat und ihnen eine gute Erziehung angedeihen lässt, der wird mir im Paradies so nahe sein, wie diese beiden Finger einander nahe sind“ (Hadith: Muslim)

Allah sagt im Heiligen Koran, dass es Ihm obliegt Mädchen oder Jungen zu bescheren, und dass darin keine Diskriminierung liegt:

„Allahs ist das Königreich der Himmel und der Erde. Er schafft, was Ihm beliebt. Er beschert Mädchen, wem Er will, und Er beschert Knaben, wem Er will; Oder Er gibt beides, Knaben und Mädchen;... Er ist allwissend (und) bestimmt das Maß.“ (42:50,51)

Die Gleichwertigkeit beginnt bei den Kindern:

Jungen werden in manchen Gegenden leider auch heutzutage noch deswegen bevorzugt, weil mit ihrer Erziehung und Verheiratung weniger Probleme verbunden zu sein scheinen, die Eltern im Alter finanzielle Unterstützung erwarten und mit ihnen der Name der Familie weitergetragen wird.
Dieser Unsitte begegnet der Islam mit besonderer Hochschätzung jener, die sich um eine gute Erziehung der Mädchen kümmern und sie lieben. Allgemein kann man sagen, dass die Gleichwertigkeit von Mann und Frau, die eine Gesetzmäßigkeit des Heiligen Korans darstellt, natürlich bei den Kindern beginnt.