Leserbriefe zum Thema "Zwangsheirat", verfasst von der Lajna Imaillah:
Abgedruckte Leserbriefe:
- Katholische Sonntagszeitung vom 12./13.11.2011 Link
- Katholische Sonntagszeitung vom 19./20.11.2011 Link
Leserbrief zum Artikel: Link
Gerade als gläubige Muslimin macht es mich sehr traurig, dass diese Unsitte immer noch in Familien praktiziert wird, die sich selber dem Islam zugehörig fühlen. Dabei hat doch schon der Prophet Muhammad in einer Überlieferung eine erzwungene Ehe für ungültig erklärt und gesagt: "Eine Frau ohne Ehemann darf nicht verheiratet werden, bis sie zugestimmt hat, und eine Jungfrau darf nicht verheiratet werden, bis sie ihre Erlaubnis dazu gegeben hat." (Hadith-Buch: Bukhari und Muslim). Würden sich alle Muslime mit den Wurzeln ihrer Religion auseinandersetzen und diese auch leben, würde es unter Muslimen dieses schreckliche Phänomen nicht geben .
Hendrikje Härter
Leserbrief zum Artikel: Link
Ich hätte mir eine etwas differenziertere Darstellung gewünscht. So geht aus der Studie keineswegs hervor, dass "weit über 3000 Frauen und Mädchen (...) innerhalb eines Jahres zur Ehe gezwungen" wurden. Vielmehr besagt der Bericht, dass in diesem Jahr 3.443 Menschen eine Beratung zum Thema Zwangsheirat wahrgenommen haben (siehe Seite 22 ff.). Allerdings nennt die Studie die Zahl nicht grundlos eine „Bruttogröße“. Auch dass die Daten der Studie von Beratungsstellen und von Lehrern stammen, zeigt, dass sie nicht auf repräsentativen und hochrechenbaren Befragungen basieren.
Dass nun "Zwangsheirat ein eigenständiger Straftatbestand" ist, begrüße ich gerade als gläubige Muslimin sehr, da auch schon der Prophet Muhammad in einer Überlieferung eine erzwungene Ehe für ungültig erklärte und sagte: "Eine Frau ohne Ehemann darf nicht verheiratet werden, bis sie zugestimmt hat, und eine Jungfrau darf nicht verheiratet werden, bis sie ihre Erlaubnis dazu gegeben hat." (Hadith-Buch: Bukhari und Muslim). Würden sich alle Muslime mit den Wurzeln ihrer Religion auseinandersetzen und diese auch leben , würde es unter Muslimen dieses schreckliche Phänomen nicht geben .
Hendrikje Härter
Bezugnehmend auf Ihren Artikel „Ja, ich muss“-Zwangsehen in Deutschland vom 9.11.2011 möchte ich, als glücklich verheiratete Muslima meine Betroffenheit ausdrücken. Die hohen Zahlen haben mich schockiert, obgleich bereits ein Fall einer zuviel wäre! Ich möchte allerdings klarstellen, dass das Phänomen bzw. Verbrechen „Zwangsheirat“ keineswegs auf islamischer Ideologie basiert, denn weder im Koran noch in den Überlieferungen aus der Zeit des Propheten Muhammad –Friede sei auf ihm- ist hierzu die Erlaubnis gegeben. Im Gegenteil: in Sure 4, Vers 20 steht: „O die ihr glaubt, es ist euch nicht erlaubt, Frauen gegen [ihren] Willen zu beerben/ zu nehmen[...]“ Als dem Propheten ein Fall einer zwangsverheirateten Frau vorgelegt wurde (die betroffene Frau selbst hatte sich in ihrer Not an ihn gewandt), erklärte er unverzüglich diese Ehe für ungültig. Für alle Muslime gilt, sich an den Gepflogenheiten des Propheten zu orientieren, denn ein jeder Muslim auf Erden sieht ihn als sein Vorbild. Demnach rate ich allen jungen Menschen - gleich welcher Religion sie angehören mögen, sich Wissen über ihre Religion und ihre Rechte anzueignen, damit dieser Wahnsinn endlich aufhört!
Maria Zubair